Vortrag von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer

„Was Sie nicht kaufen, müssen Sie nicht verbieten...“

Bild:Das ist einer dieser Sätze von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, die einem etwas länger nachgehen. Als Eltern, Großeltern, als Lehrer.
Vielleicht ist es auch ein Satz, der - egal welchen Standpunkt der Zuhörer letztendlich hat - leichter anzunehmen ist, als die Thesen Spitzers „Fernsehen macht dick und dumm,...“ oder „Das digitale Klassenzimmer verdummt,...“
Nicht moralisierend, dabei durchaus polarisierend und immer mit ansteckender Energie, so präsentierte Manfred Spitzer sich und sein Forschungsgebiet im Vortrag „Risiken und Nebenwirkungen digitaler Informationstechniken“ am Dienstagabend im Graf-Zeppelin-Haus /Friedrichshafen. Und er weiss, wovon er spricht. Spitzer (Lehrstuhl Psychiatrie in Ulm) ist Hirnforscher aus Leidenschaft und hat jahrzehntelange Erfahrung auf seinem Gebiet. Diese, seine Art überzeugt und regt zur Diskussion und zum Nachdenken an. Ein Großteil der vielen Zuhörer (es war volles Haus im großen Saal des GZH) gehört der Generation an, die in Spitzers vorgestellten Studien im Mittelpunkt stand; Junge Menschen bis 20 Jahre, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind. Wie sich andauernder digitaler Konsum auf die Gehirnentwicklung dieser jungen Menschen auswirkt, war zentrales Thema des Vortrags von Prof. Dr. Dr. Spitzer. Das Ganze überzeugend professionell aufgearbeitet und anhand von Studien, Fallbeispielen und Bildern der Zuhörerschaft näher gebracht. Egal wie man zu den drastischen Aussagen Spitzers stehen mag, die Argumentation gegen den ständigen Gebrauch von digitalen Medien war sehr überzeugend und spannend und unterhaltsam.
Ebenso spannend für uns war der Tag danach. In diversen Klassen wurde der Vortrag diskutiert. Unsere Schüler gaben uns ein heterogenes Bild des Abends wieder, von „absolut klasse“ bis „total überzogen“ war alles vertreten. Auffallend war auch die von Schülerseite durchweg kritische Hinterfragung der gezeigten Studien, die Frage nach Vergleichsstudien und Statistik, nach Trend und Standardabweichung (was mindestens die Mathelehrer unter uns enorm freuen dürfte).
Wir sind froh, dass wir mit unserer Einladung an Herrn Prof. Dr. Dr. Spitzer so ins Schwarze getroffen und wir alle einen bereichernden Einblick ins aktuelle Forschungsgeschehen zum Thema „Digitale Medien“ bekommen haben. Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren des Abends, durch deren Mittel einige hundert Schüler kostenlos an der Veranstaltung teilnehmen konnten.



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