Jahresarbeiten - Allgemeines zu den Jahresarbeiten

Schon früh war man sich in unserer Schule darüber im Klaren, dass es zuwenig ist, Kinder und Jugendliche zu belehren. Die Schüler haben ein Recht darauf, eigene Wege einzuschlagen und eigene Erfahrungen zu machen. So war das Arbeiten in Projekten immer schon ein Hauptanliegen.
Am 11.10.1978 kam es deswegen innerhalb einer Gesamtlehrerkonferenz in der Bodensee-Schule zur Abstimmung über die Einführung der Jahresarbeiten.

Es wurde folgender Antrag gestellt:

„Auf der Grundlage des Aktionsprogramms zur Weiterentwicklung der Hauptschule und der Grundordnung des Freien Kath. Schulwerks soll den Absolventen unserer Schule die Möglichkeit eines besonderen individuellen Leistungsnachweises auf einem Wahlgebiet gegeben werden.“

Begründungen für diesen Beschluss waren damals das Verfolgen einer „umfassenden Profilierung der Spezifikation dieser Schulart (HS) und vor allem die individuelle Förderung des einzelnen Schülers.“

  1. Die Schüler der 9. Klassen fertigen im Laufe des 9. Schuljahres eine Jahresarbeit an. Das Thema der Arbeit wählen die Schüler nach vorheriger Beratung mit einem Lehrer. Die Themen bedürfen der Zustimmung durch die Schulleitung.
  2. In der Jahresarbeit soll der Hauptschüler auf einem Spezialgebiet seinen eigenen Interessen, Neigungen, Begabungen und Fertigkeiten nachgehen. In ihr kann er seine Individualität voll entfalten. Die Jahresarbeit sollte die Stärken, nicht die Schwächen eines Schülers offenbaren.
  3. Die Jahresarbeit kann aus allen Fachgebieten ausgewählt werden, die dem Fächerkanon der Hauptschule entsprechen. So können Leistungen aus der Technik, dem Gestalten, der Hauswirtschaft ebenso erbracht werden wie Arbeiten in Geschichte, Wirtschaftslehre, Biologie oder auch aus den Bereichen der Ganztagesschule.
  4. Das Thema der Jahresarbeit wird im Abschlusszeugnis vermerkt. Es werden folgende Leistungsbeurteilungen vorgenommen.
    - Die Jahresarbeit wurde mit Auszeichnung angefertigt
    - mit sehr gutem Erfolg
    - mit gutem Erfolg
    - mit Erfolg
    - angefertigt

  5. Dieser Beschluss wurde von Elternbeirat und Schulkonferenz bestätigt und dem Bischöflichen Schulamt am 01.12.78 vorgelegt. Das Diözesane Schulamt sollte den Antrag genehmigen.
  6. Die Jahresarbeiten wurden im Schuljahr 1979/80 erstmals angefertigt.
  7. Beteiligte Lehrer am „Schulversuch“ waren: Herr Dorner, Herr Bauscher, Herr Schuler, Herr Hinz, Herr Kirschmann, Frau Hauger, Herr Schleicher, Herr Eble, Herr Gruler.
  8. Am 19.12.78 erfolgte die Genehmigung des Bischöflichen Schulamtes aber ohne Bewertung. Es durfte nur das Jahresarbeitenthema genannt werden.
  9. Am 09.01.79 erfolgte die Genehmigung durch das Oberschulamt Tübingen. Jetzt durfte auch eine Bewertung nach der in Punkt 4 genannten Bewertungsskala erfolgen.
  10. Die Leistungsbeurteilung durfte jedoch nicht zum Errechnen der Gesamtnote herangezogen werden.
  11. Am 12. Januar 1998 folgte ein Antrag der Bodensee-Schule Projektprüfungen im Rahmen der Hauptschulabschlussprüfung durchführen zu dürfen und die Bitte, nochmals zu prüfen, ob eine Berücksichtigung der Jahresarbeiten möglich ist.
  12. Im Rahmen der Modellschulen, die neue Wege in der Hauptschulabschlussprüfung suchen, kommt es am 9.2.98 zur Sitzung im Kultusministerium.
  13. Der Bodensee-Schule St. Martin werden Projektprüfungen in den einzelnen Fächern genehmigt. Darüber hinaus gilt die Genehmigung, die Jahresarbeiten als fachunabhängige Arbeiten in die Prüfung aufzunehmen. Auch in diesen Fällen werden die Noten dreifach zum Durchschnitt des Abschlusszeugnisses gewertet. (Schriftsatz des Kultusministeriums vom 2.2.98)

Allgemeines zu den Jahresarbeiten

Hauptschulabschlussprüfungen dürfen keine nachgeahmten Prüfungen in Realschule und Gymnasien sein, es müssen Fähigkeiten der Hauptschüler zum Tragen kommen.

In den Jahresarbeiten sehen wir eine solche Profilierung der Hauptschule:

Hier kommen auch Bereiche zum Tragen, die aus dem Unterricht der Ganztagesschule erwachsen, die von dem Schüler als besonderes Interessengebiet schon länger gepflegt werden oder auch vom Schüler neu erarbeitet werden, es müssen also nicht immer „Schulfächer“ dahinter stecken.

Die Schüler nutzen dabei die Gelegenheit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vertiefen und in die Arbeit einzubringen. Die Arbeiten umfassen in der Regel einen praktischen und einen theoretischen Teil.

Ziele, die mit der Anfertigung von Jahresarbeiten angestrebt werden

  1. längerfristiges Arbeiten an einem Thema
  2. Entfaltung der Willenskräfte der Jugendlichen
  3. vernetztes Denken lernen
  4. Fächerübergreifend Erfahrungen einbringen
  5. Schlüsselqualifikationen zeigen können (Teamfähigkeit, Selbständigkeit, Problemlösestrategien zeigen, Präsentieren können, Reflektieren können)
  6. in ein bestimmtes Gebiet tiefer als in der Schule üblich einzudringen
  7. saubere Darstellung eines Sachverhalts
  8. das Erstellen von Arbeits- und Organisationsplänen zur Bewältigung des Themas
  9. Spaß haben am Anfertigen von eigenen Arbeiten
  10. Selbstvertrauen gewinnen, Selbstwertgefühl entwickeln.
  11. Fähigkeiten / Fertigkeiten, die über die Schulzeit erworben und kennengelernt wurden, konkret anwenden können.



Kurz: Vorhaben planen, organisieren, durchführen, präsentieren und reflektieren können. Schlüsselqualifikationen, die erworben wurden deutlich werden lassen und zeigen können.

Verfahren

Themenfindung:
Woher kommt das Thema? (Hobby, neues Thema, Unterricht, Arbeitsgemeinschaften, Freizeitgruppen, ...)
Beratung durch Klassenlehrer, Fachleute, Anregungen können aus den Jahresarbeitslisten der Vorjahre kommen.
Vorbereitung einer solchen Arbeit im Vernetzten Integrierten Unterricht
Individuelle Hilfestellungen durch betreuende Lehrer schon Ende des 8. Schuljahres

Genehmigungsverfahren:
Das Klassenlehrerteam 8 sammelt schon die Themen und legt sie zum Schuljahresende 8 der Schulleitung vor. (Vorbereitung auch im Rahmen der Stundenplanerstellung notwendig!).
Den Schülern soll die Möglichkeit gegeben werden selbst zu entscheiden, ob sie ihre Jahresarbeit als Projektprüfung werten lassen wollen oder nicht.

Umfang der Arbeit:
höchstens 30 DIN A4 Seiten. Auch schwächere Hauptschüler verfassen kurze Textteile.
Arbeiten mit praktischem Schwerpunkt müssen einen angemessenen Umfang haben.
Die eigene Arbeit muss dokumentiert werden! (Arbeitsplan mit Vorstellungen, Ablauf, Skizzen, Pläne, Fotos („Fortschritte“) in Textform oder Flussdiagrammen, Arbeitsbericht in Tagebuchform (Formular).

Art der Arbeit

Praktische Schwerpunkte:
Herstellung von Gegenständen
Diavorträge
Musikaufnahmen, -darbietungen
Ausstellungen zu verschiedensten Themen
Fotodokumentationen, Dokumentation mit neuen Medien
Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen
Halten von „Unterrichtsstunden“
Demonstrationen zum Thema
Theaterspiel
Sportdemonstrationen
Aktionen

- u. v. m.
Theoretische Schwerpunkte:
Pläne zeichnen
Arbeitsabläufe beschreiben
Kalkulationen erstellen
Verlaufsprotokolle
Tabellen, Schaubilder
Biografische Arbeiten

- u. v. m.
Äußere Form der schriftlichen Arbeit
Einband
Deckblatt (Name, Klasse, Klassenleiter, Titel, betreuende Lehrer, Datum der Abgabe)
Inhaltsangabe
Quellenangaben, Literaturangaben
Arbeitsplan + Arbeitsberichte
Versicherung, dass die Arbeit im wesentlichen alleine angefertigt wurde

Präsentation der Arbeit

1. Im Rahmen der Jahresarbeitenausstellung
2. In Expertengesprächen (Prüfungsgespräch mit betreuendem Lehrer und einem 2. Experten (z. B. Fachlehrer)



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