12. Türchen

"Advent, Advent die Menscheit rennt" (Moritz, Eingangsklasse)

Advent, Advent, die Menschheit rennt
Jetzt ist es wieder mal so weit! Die Adventszeit hat wieder begonnen. Für die meisten von uns heißt das doch in erster Linie Stress und Hektik. In der Schule häufen sich die Arbeiten; in der Arbeit müssen noch die letzten Jahresziele erreicht werden und die Weihnachtsschenke kaufen sich auch nicht von allein. Oft geht durch den Stress und die Hektik die eigentliche Schönheit der Adventszeit verloren. Advent kommt vom lateinischen „adventus“, übersetzt ankommen. Und dieses „Ankommen“ beschreibt diese Zeit sehr gut. Wir Christen kommen im neuen Kirchenjahr an und lassen uns gleichzeitig langsam auf die Schönheit der Weihnachtsgeschichte ein.
Eine Zeit, die ich für mich sehr genießen versuche.

Andererseits wird dieses Ankommen aber auch bedroht. Meistens von sehr alltäglichem, wie eben Arbeit, Schule und Stress. Aber auch von den täglichen Nachrichten die uns Tag für Tag ein Stück weiter vom eigentlich so sehr herbeigesehnten Weltfrieden wegbringen. Natürlich meine ich hiermit in erster Linie Kriege und Hungersnöte, aber auch Rassismus und Ausgrenzung. Vor allem verunsichern mich die aktuellen politischen Entwicklungen hier in Deutschland.

Bild:Zufällig habe ich beim Aufräumen eine Weihnachtsgeschichte aus meiner Grundschulzeit gefunden.
Die Geschichte heißt „Die vier Kerzen“ und lautet wie folgt:

Die vier Kerzen
Vier Kerzen brannten am Adventskranz. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte: "Ich heiße Frieden.
Mein Licht leuchtet,
aber die Menschen halten keinen Frieden. "
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.
Die zweite Kerze flackerte und sagte: "Ich heiße Glauben.
Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen.
Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne."
Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.
Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort.
"Ich heiße Liebe.
Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen. "
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.
Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:
"Aber, aber, Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!" Und fast fing es an zu weinen.
Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort.
Sie sagte: "Hab keine Angst!
Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden.
Ich heiße Hoffnung."

Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.
Zwar handelt es sich um eine Kindergeschichte, aber sie greift auf eine schöne Art und Weise diese Problematik auf und liefert dabei eine „kinderleichte“ Lösung. Vielleicht können wir uns, gerade in der Adventszeit, diese kleine Geschichte zu Herzen nehmen um die alltäglichen Sorgen ein wenig zu vergessen und uns mehr auf die Schönheit des Advents einlassen.



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