Tag der Pflege

Unsere Eingangsklasse lernt Pflegeberufe kennen

Bild:Tag der Pflege  Wie fühlt sich das Alter an? (Text C.E.; Bilder H.S.)

Am Mittwoch den 13.02.2019 wich der Unterricht am sozialwissenschaftlichen Gymnasium St. Martin in Friedrichshafen stark von den herkömmlichen Methoden ab. Im Rahmen des pädagogischen Tages mit dem Schwerpunkt „Pflege“, wurde es uns Schülern der 11ten Klasse durch vielseitige Aktionsangebote ermöglicht, mit allen Sinnen die Herausforderungen des Alters zu erleben.
Mit milchigen Brillen sowie Gummi-, Stoff- und Lederhandschuhen übereinander gezogen, war es gefragt, einen bestimmten Münzbetrag aus einem Portemonnaie herauszuholen oder einen Text abzuschreiben. Die Sicht und die Feinmotorik waren derartig beeinträchtigt, dass es größte Anstrengung, viel Zeit und unglaubliche Geduld erforderte, diese simplen, alltäglichen Aufgaben zu meistern.
Die erschwerte Bewegungsfreiheit simulierte ein Anzug mit Gewichten an Schulter, Armen und Füßen. Zusätzlich wurden Polster an den Ellenbogen- und Kniegelenken angebracht. Besonders den schmächtigen Schülern kostete es reichlich Mühe auch nur einen Fuß vor den Anderen zu setzen. Unvorstellbar, wie ältere Menschen das tagtäglich bewältigen, wenn sie das Gehen nur annähernd so empfinden. Jeder Schüler war sichtlich erleichtert, als er wieder von dieser Last befreit wurde.

Bild:Ein hohes Maß an Vertrauen musste man an der Station unter Beweis stellen, an der man durch eine Schlafmaske blind und durch Ohrenschützer taub, von einer anderen Person, in einem Rollstuhl, um Hindernisse in dem Raum geschoben wurde. Die Wahl des richtigen Partners war hier entscheidend. Wie mag dies wohl mit einem Menschen, den man kaum kennt oder der gar völlig fremd ist, sein?
Das eigenständige Benutzen eines Rollstuhls konnte ebenfalls erprobt werden. Dabei stellte sich besonders das Befahren von Rampen und Kanten als knifflig heraus. Erst in diesen Augenblicken wird einem bewusst, wie hoch der Entwicklungsbedarf unseres heutigen Stadtbildes ist. Denke man nur an Bahnhofstationen, in denen es keine Fahrstühle, sondern nur Treppen gibt. Dort ist man als Rollstuhlfahrer chancenlos.
Über die heilende und beruhigende Wirkung ätherischer Öle konnte man einiges an einem weiteren Stand in Erfahrung bringen. Manch einfaches Gewächs, wie Lavendel kann in hochkonzentrierter Form wahre Wunder bewirken und erfüllt mit seinem herrlichen Geruch den gesamten Raum. Der Duft nach Pfefferminze beispielsweise, kühlt an heißen Sommertagen und macht die Atemwege frei.
Wie es ist, die Welt anders wahrzunehmen, konnte man bei einem Spiel nachempfinden, bei dem man eine bestimmte Strecke auf einem Blatt nachfahren musste und dabei nur in einen Spiegel schauen durfte. Da beim Spiegelbild vorne und hinten umgekehrt werden, rechts und links allerdings unverändert bleiben, stellte sich dies als äußerst kompliziert heraus. Es gab niemanden, der den Weg auch nur im Entferntesten fehlerfrei schaffte.
Gegen Ende wurden wir über die verschiedenen Krankheiten informiert, die im Alter häufig auftreten und welche modernen Methoden es zur Behandlung gibt. Auch der eigene Blutdruck und Blutzuckerspiegel konnten gemessen werden. Außerdem erfuhren wir, wie wir mit einem gesunden Lebensstil, welcher eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und genügend Sport vorsieht, diesen Krankheiten vorbeugen können. Auch individuell wurde auf uns eingegangen.
Den Höhepunkt der Veranstaltung erreichte der Besuch einer älteren Dame, die uns ihre Geschichte berichtete. Besonders die Erzählung, wie sie ins Altersheim kam rührte uns zu Tränen. Heute fühlt sie sich sehr wohl dort und man kann die Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die sich liebevoll um sie kümmern, unverkennbar aus ihren Blicken lesen. Zuletzt gab sie uns mit auf den Weg, ältere Menschen nicht zu ignorieren oder gar zu schikanieren, sondern stattdessen ihnen zu helfen und sie respektvoll zu behandeln, denn jeder wird irgendwann in derselben Situation sein.

Nach dem Verabschieden und gemeinsamen Aufräumen ging jeder Schüler an diesem Tag sehr nachdenklich nach Hause.

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Online gestellt von: Frau Clara Tandler-Ziermann

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