Wenn man Kinder ganzheitlich erziehen und bilden möchte, braucht man mehr Zeit

Die Bodensee-Schule sollte schon nach ersten Überlegungen 1969 bis 1971 eine besondere Schule werden: Weit ab von Brennpunkt- oder auch Migrantendiskussionen wie sie heute meist geführt werden, wenn es um die Einrichtung von Ganztagsschulen geht, planten die Gründer mit ihrer Ganztagsschule eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Schulform. Wobei die Bodensee-Schule im Rahmen der acht katholischen Schwesternschulen als einzige diese konzeptionelle Ausrichtung wählte.

Bild:Der Kritik auch aus kirchlichen Kreisen - Ganztagsschulen würden den Familien die Kinder entziehen - begegneten die Vordenker schon in ersten Veröffentlichungen, dass es gerade die Ganztagsschule leisten kann, den Eltern die Kinder wieder zurück zu geben. Dies vor allem zu Zeiten, wenn die Familien versammelt sind. Zur Gründungszeit gab es in Baden Württemberg noch Samstagsunterricht - in der Bodensee-Schule nie.
Kinder, welche um 16.00 Uhr von "ihrer Arbeit" nach Hause kommen, haben in der Regel "Feierabend" und ihr schulisches Pensum für diesen Tag bewältigt. Die Hausaufgabenproblematik, die Nachhilfelehrersituation, die in vielen Elternhäusern auch heute noch zu Spannungen führen, sollten nicht länger Bestand haben. Das Familienleben sollte nicht weiter durch schulische Zusatzaufgaben beeinträchtigt werden.
Zusammenfassend war es aber die Aussage "Wenn man Kinder ganzheitlich erziehen und bilden möchte, braucht man mehr Zeit", die den Grundstein für ein Schulkonzept legte, das sich noch heute von vielen der heutigen Ganztagsschulen fundamental unterscheidet. Vom ersten Tag an war die Ganztagsschule für die Schülerschaft verpflichtend. Das heißt, es gab zu keiner Zeit eine Trennung von Vormittagsunterricht, Mittagessen und Nachmittagsangeboten, welche wahrgenommen werden konnten oder eben nicht. Vielmehr war es immer schon Ziel, alle Elemente der Ganztagsschule ineinander greifen zu lassen und sie in den Dienst der Persönlichkeitsbildung eines jeden einzelnen Schülers zu stellen. Das Unterrichtskonzept sollte von 8 Uhr bis 16 Uhr aus einem Guss sein und einen Lebensraum Schule schaffen, wie er zu damaligen Zeiten nicht üblich, weil wohl auch nicht bekannt, war.
Über die Jahre arbeitete der engagierte Mitarbeiterstab unserer Schule ständig an der Weiterentwicklung der Konzeption und der Unterrichtsformen. Bereiche wie der Integrierter-Gesamt-Unterricht, Freiarbeit oder auch die Handwerkserziehung erhielten wie das gesamte Schulkonzept aus dem Bereich der Reformpädagogik beste Anregungen und Beispiele. So war es auch kein Wunder, dass die zeitnah mit der Bodensee-Schule gegründeten Umwandlungsschulen gemeinsam mit dem Marchtaler Plan einen Erziehungs- und Bildungsplan entwickelten, der heute das Herzstück der Arbeit in unseren Katholischen Freien Schulen bildet. Für unsere Schule galt es darüber hinaus zusätzlich die Bereiche der Ganztagsschule entsprechend zu entwickeln und auszubauen.
Dabei stand und steht bei allen pädagogischen Überlegungen die Frage: "Dient unser Tun den Kindern als Schlüssel zur Welt?" im Raum. Die Antworten im Bereich des Unterrichts und der Vorbereiteten Umgebung finden wir im christlichen Menschenbild, für die konkreten Umsetzungen im Schulalltag liegen Erkenntnisse verschiedener Reformpädagogen zugrunde.



Link zum Artikel: http://www.bodensee-schule-st-martin.de?Page_ID=34&Article_ID=65

© Bodensee-Schule St. Martin Freie Katholische Grund- und Werkrealschule mit Sozialwissenschaftlichem Gymnasium 2017
Zeisigweg 1 | 88045 Friedrichshafen
Tel.: 07541 9216 0 | Fax.: 07541 9216 39 | mail@bodensee-schule.de
www.bodensee-schule-st-martin.de | www.sg-stmartin.de

design IruCom systems | Powered by IruCom WebCMS 8i