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Seminarkurs 2022 - Ethik als Parlament aller Teile

Eindrücke aus dem diesjährigen Seminarkurs

Zum Einstieg:

Jedes Philosophisch-Theologische Forum steht unter einem Thema, das den Rahmen bildet für eure eigenen Themen. Dieser Rahmen soll so sein, dass ihr euch nicht orientierungslos im Universum verliert, er ist aber auch nie so eng, dass eure persönlichen Interessen nicht Platz darin hätten. Das diesjährige Thema lautet: Ethik als Parlament aller Teile.

Ethik: Das Thema und die Frage, mit der ihr euch ein Jahr lang beschäftigen werdet, wird formuliert sein als ein ethisches Problem. Was ist ein ethisches Problem? Ein ethisches Problem hat immer eine praktische Relevanz, d.h. es geht um die Frage, wie ich mich in einer Situation, in der verschiedene Güter oder Werte in einem Konflikt stehen, entscheiden und dann verhalten soll. Es geht also nicht um die Produktion von theoretischen Erkenntnissen, sondern um die Frage, was ich tun soll, damit gutes Leben – am besten für alle Beteiligten – gelebt werden kann.
Parlament: Wir wählen in Deutschland in 11 Tagen ein neues Parlament – zumindest sehr viele von euch – und die Parteien mit ihren Fraktionen im Bundestag werden je nach Gewicht die politischen Entscheidungen treffen. Es war uns ein Anliegen in unser Jahresthema diesen aktuellen Bezug herzustellen. Das Wort Parlament kommt von parlare – sprechen und bedeutet Aussprache. Es ist uns wichtig, dass wichtige Themen ins Gespräch kommen.

aller Teile: das Wort Partei kommt auch vom Lateinischen und bedeutet Teil – die Parteien bilden also Teile des ganzen Parlaments, die die unterschiedlichsten Interessen der verschiedensten Gruppierungen vertreten sollen. Die Erfahrung vieler und vielleicht auch von euch ist, dass eure Interessen gerade nicht vertreten werden. Es ist uns wichtig, dass ihr euch als einen wichtigen Teil des Ganzen seht.
Vielleicht geht es euch auch manchmal so, dass ihr euch in eurer „Bubble“ fühlt und die anderen eben in einer anderen und dass es kein gemeinsames Zentrum mehr zu geben scheint. Man lebt nicht mehr in einem Universum sondern jeder lebt in seinem Universum und diese Universen geben zusammen dann ein Pluriversum und es gibt keine oberste Zentrale, die das steuert. Das kann man gut finden, es kann natürlich auch Angst machen. Peter Sloterdijk – ein Philosoph hat ein dreiteiliges Werk dazu geschrieben: der erste Band heißt „Blasen“, der zweite „Schäume“ und der dritte „Sphären“. Das ist manchmal sehr kompliziert geschrieben. Zur Vereinfachung möchte ich euch diese Geschichte erzählen:

ES WAREN EINMAL zwei Frösche, die fielen in den Sahnetopf. Ihnen dämmerte sofort, dass sie ertrinken würden: Schwimmen oder sich einfach treiben lassen war in dieser zähen Masse unmöglich. Am Anfang strampelten die Frösche wild in der Sahne herum, um an den Topfrand zu gelangen. Aber vergebens, sie kamen nicht vom Fleck und drohten unterzugehen. Sie spürten, dass es immer schwieriger wurde, an der Oberfläche zu bleiben und Atem zu schöpfen. Einer von ihnen sprach es aus: „Ich kann nicht mehr. Hier kommen wir nicht raus. In dieser Brühe kann man nicht schwimmen. Warum soll ich mich noch länger abstrampeln, wenn ich sowieso sterben muss?“ Sagte es, ließ das Paddeln sein und ging unter im dickflüssigen Weiß. Der andere Frosch, von hartnäckigerer Natur, vielleicht auch nur ein Dickkopf, sagte sich: „Keine Chance. Aussichtslos. Aus diesem Bottich führt kein Weg heraus. Trotzdem werde ich mich dem Tod nicht einfach so ergeben. Ich kämpfe bis zum letzten Atemzug. Ich werde keine Sekunde meines Lebens herschenken. Vielleicht habe ich ja doch eine klitzekleine Chance?“Er strampelte weiter und paddelte Stunde um Stunde auf derselben Stelle, ohne vorwärts zu kommen. Und von all dem Strampeln, Paddeln und Treten verwandelte sich die Sahne allmählich in Butter. Überrascht machte der Frosch einen Sprung und gelangte zappelnd an den Rand des Topfes. Von dort aus konnte er fröhlich quakend nach Hause hüpfen.

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Diese Geschichte kann eine Einladung sein, sich als Akteur zu verstehen, aktiv zu bleiben und zu vertrauen, dass viele Sahneblasen zusammen zu einem tragfähigen Grund werden können und man nicht zwangsläufig untergehen muss.
Kurzfilm Thank you Mr. PResident von Lenn Kudrawitzki …
Eine möglich Deutung: Die Lösung der Konflikte kann nur gelingen, wenn außer den Präsidenten noch andere Akteure ins Spiel kommen.
Jetzt seid ihr eingeladen euch aktiv zunächst auf die Suche nach ethischen Problemen zu machen um im Laufe des kommenden Jahres auch an die Lösung.



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